Ratgeber zur Gasheizung

Was bringt die Modernisierung? Wie viel Energiekosten kann man mit einer neuen Gasheizung einsparen? Was bedeutet die bevorstehende Gasumstellung? Ist der Brennstoff Gas nicht endlich und wie mache ich mich von dessen Preisentwicklung unabhängig? Die fünf häufigsten Fragen zur Gasheizung und ihre Antworten.


Warum sollte man seine alte Gasheizung auf Brennwerttechnik umrüsten?

Im Gegensatz zur Gasheizung mit Brennwerttechnik wandelt ein Heizwertgerät wie der Gas-Niedertemperaturkessell nur maximal 83 Prozent der im Brennstoff enthaltenen Energie in Wärme um. Der Rest geht als heiße Abgase ungenutzt verloren.

Setzen Hausbesitzer und Modernisierer hingegen auf die Brennwerttechnik, wird der Brennstoff nahezu verlustfrei in Wärme umgewandelt. Möglich ist es, indem die Technik die heißen Abgase zum Kondensieren bringt, damit sie die verborgene Wärme freigibt. Durch die zusätzliche Nutzung dieser Wärme erhöht sich der Wirkungsgrad eines Gas-Brennwertkessels auf bis zu 98 Grad. Das wiederum bedeutet niedrige Heizkosten, da weniger Brennstoff für dieselbe Wärmeleistung verbrannt werden muss. Gleichzeitig trägt diese Effizienz zur Entlastung der Umwelt und zur Schonung des fossilen Energieträgers Erdgas bei. Was noch für die Nutzung der Brennwerttechnik spricht, finden Sie im Abschnitt Vorteile von Gas-Heizkesseln zusammengefasst.


Wieviel Energiekosten lassen sich mit einer neuen Gasheizung einsparen?

15, 30, 50 Prozent: Wenn es um die Frage geht, wie viel Heizkosteneinsparung Hausbesitzer mit der Heizungsmodernisierung rechnen können, geben einige Anbieter teils unrealistische Zahlen an. Dabei lässt sich diese Frage nur beantworten, wenn die Ausgangssituation klar definiert ist. Einer der wichtigsten Punkte betrifft den zu ersetzenden Heizkessel. Nutzt er die Heizwerttechnik, sind Einsparungen von 15 Prozent realistisch. Handelt es sich beim alten Kessel um einen Konstanttemperaturkessel, dann sind 30 Prozent ebenfalls möglich.

Greifen Hausbesitzer im Zuge der Heizungsmodernisierung auch zu der Kombination Gas-Brennwertheizung mit Solarthermie, bezahlen sie bis zu 35 Prozent weniger als vorher. Wichtig ist hierbei, dass das komplette System, dazu gehören neben dem Kessel auch die Heizkörper, die Pumpe, das Rohrsystem usw. aufeinander abgestimmt ist. Neben der Kosteneinsparung hat die Nutzung der Brennwerttechnik noch einen weiteren Vorteil: Auch die CO2-Emissionen sinken mit der Nutzung der Gas-Brennwerttechnik.


Der Ratgeber zur Gasheizung zeigt schematisch die Funktionsweise von Power to Gas.

Ist der Brennstoff Gas auch langfristig verfügbar?

Gas ist ein fossiler Brennstoff. Das bedeutet, dass er nur in endlicher Menge vorhanden ist. Nach Berechnungen vieler Unternehmen und Regierungen reichen die Reserven aber noch für die nächsten vier oder fünf Jahrzehnte - sofern der Verbrauch nicht drastisch zunimmt.

Diese Hochrechnung bezieht allerdings neue Technologien wie etwa Power-to-Gas und noch nicht wirtschaftlich betriebene Vorkommen nicht mit ein. Vor allem im Ersteren sehen viele Experten die Chance, die Energiewende und damit die Klimaziele doch noch erreichen zu können. Power-to-Gas beschreibt den Umwandlungsprozess von regenerativem Strom (z.B. Photovoltaik oder Windstrom) in speicherbares, künstliches Erdgas. Für die Verteilung dieser Wärme lässt sich das gut ausgebaute Gasverteilungsnetz optimal nutzen.

Wie lässt sich eine Unabhängigkeit von den Gaspreisen erreichen?

Auch wenn der Gaspreis seit Jahren relativ niedrig ist, lässt sich ein Preisanstieg nicht ausschließen. Wer schon heute auf die Technik von morgen setzt, macht sich nicht nur ein Stück weit unabhängig von seinem Brennstofflieferanten. Er senkt auf Dauer die Heizkosten und schützt zudem die Natur. Eine solche Technik gibt es heute zum Beispiel in Form von Solarthermie mit Gas-Brennwertkesseln. In diesem bivalenten Betrieb übernimmt die Solaranlage die Warmwasserbereitung komplett und kann die Heizung darüber hinaus unterstützen. Auf diese Weise muss der Gaskessel nur noch deutlich weniger Arbeit leisten.