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Wärmepumpe für Fachwerkhaus

Ein rund 350 Jahre altes Gebäude im historischen Dorfkern von Allschwil wird seit Sommer 2025 von einer Wärmepumpe beheizt. Damit senkt der Eigentümer die Betriebskosten und erhöht den Wert seiner geschichtsträchtigen Liegenschaft.

Das Fachwerkhaus im historischen Zentrum von Allschwil wird seit Sommer 2025 von zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen (Bildmitte links) beheizt. (Foto: Remo Bürgi)

Der Dorfkern der Gemeinde Allschwil vor den Toren von Basel ist geprägt durch historische Sundgauer Fachwerkhäuser. Einer der Eigentümer hat die Geschichte seines Hauses gründlich erforscht: Es wurde 1673 erbaut, und zwar auf den Ruinen des Vorgängerbaus. Dieser war während des Dreissigjährigen Krieges von schwedischen Truppen niedergebrannt worden, als sie Allschwil im Jahr 1634 plünderten.

Sorgfältig renoviert

Das ehemals zu einem Landwirtschaftsbetrieb gehörende Fachwerkhaus durchlief seit seiner Erbauung verschiede Bauphasen mit Erneuerungen und Erweiterungen der Bausubstanz. Das ursprüngliche Fachwerk ist seit einem Umbau im Jahr 1957 wieder sichtbar. In den folgenden Jahrzehnten renovierte die Besitzerfamilie das Haus sorgfältig, beispielsweise mit stilechten und energetisch hochwertigen Fenstern. Das Anbringen einer modernen Dämmung ist jedoch aufgrund der Schutzvorgaben in der Kernzone nicht möglich. Der Wärmebedarf der Immobilie liegt daher etwas höher als bei einem nicht denkmalgeschützten Bau.

Kohle, Öl und Gas sind Vergangenheit

Nicht nur das Gebäude selbst hat eine spannende Geschichte, sondern auch seine Wärmeversorgung. Bis 1956 noch mit Kohle beheizt, stellte man später auf eine Ölheizung um, die wiederum 2012 von einer Gasheizung abgelöst wurde. Verteilt wird die Wärme über eine Kombination aus Radiatoren und Fussbodenheizung. 

Die gusseisernen Radiatoren aus dem frühen 20. Jahrhundert liefern nicht nur Wärme, sondern sind auch ein äusserst dekoratives Gestaltungselement. (Foto: zVg)

In den letzten Jahren spielte der Eigentümer mit dem Gedanken, auf eine erneuerbare Heizung umzusteigen. Gründe dafür waren nebst dem Umweltschutz auch die steigenden Gaspreise sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Seit Anfang 2026 ist es im Kanton Basel-Landschaft nämlich mit wenigen Ausnahmen nicht mehr erlaubt, fossile Heizungen neu zu installieren oder bestehende 1:1 zu ersetzen.

Vor diesem Hintergrund war es dem Besitzer wichtig, rechtzeitig eine zukunftsfähige Heizlösung zu realisieren. Bei einem Servicetermin sprach er den Heizungstechniker darauf an. Dieser erklärte ihm, dass es mittlerweile Wärmepumpen gibt, die eigens für Altbauten entwickelt wurden. Sie sind in der Lage, hohe Vorlauftemperaturen für die Versorgung von Radiatoren zu erzeugen, ohne dass der Stromverbrauch dadurch wesentlich höher ausfällt.

Keine ästhetischen Nachteile

Der Eigentümer suchte daraufhin den Kontakt zur Firma Viessmann, die bereits den Gasheizkessel geliefert hatte. Auch der Berater von Viessmann bestätigte, dass sich das altehrwürdige Fachwerkhaus problemlos von einer Wärmepumpe beheizen lässt. Weil aus geologischen Gründen am Standort keine Erdwärmesonden gebohrt werden können, fiel die Wahl auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Bei der Detailplanung zeigte sich, dass aufgrund der Heizlast von knapp 20 kW zwei Wärmepumpen notwendig sind, um die erforderliche Leistung zu erbringen. Das hat den Vorteil, dass die Schallemissionen tiefer ausfallen. Und: Die Lebensdauer ist höher, weil sich die Betriebsstunden der beiden Wärmepumpen abgleichen lassen. 

Zu klären war anschliessend, wo die beiden Ausseneinheiten aufgestellt werden konnten. Der Eigentümerschaft war es wichtig, den schön gestalteten Garten optisch nicht zu beeinträchtigen. Schnell fand man bei einer Begehung den passenden Standort: Direkt neben dem Parkplatz sind die Geräte gut zugänglich und unauffällig in die Umgebung integriert. Gemeinsam mit der zuständigen Behörde liess sich die Aufstellung der Wärmepumpe auch mit den speziellen Schutzvorgaben in der Allschwiler Kernzone in Einklang bringen.

Durch die Aufstellung über der Mauer neben dem Parkplatz liessen sich die Ausseneinheiten in den Garten integrieren, ohne dass sie gross auffallen. (Foto: Remo Bürgi)

Geld sparen und Umwelt schonen

Der Heizungsersatz inklusive Grabungs- und Fundationsarbeiten wurde im Frühsommer 2025 innert weniger Wochen durchgeführt. Die Platzverhältnisse im bestehenden Technikraum waren sehr begrenzt, reichten dank einer cleveren Anordnung der neuen Heizungskomponenten aber aus. Im Juni konnte die neue Anlage in Betrieb genommen werden. Seither haben Fachleute die üblichen Optimierungen vorgenommen, beispielsweise die Heizkurve nachjustiert, um die Effizienz der Anlage zu steigern.

Der Eigentümer hat damit die Wärmeversorgung seiner Immobilie für die nächsten zwei Jahrzehnte sichergestellt und durch die Modernisierung zudem deren Wert gesteigert. Und: Er wird seine Heizkosten, die sich wegen der hohen Gaspreise zuletzt auf rund 8000 Franken pro Jahr beliefen, deutlich senken können. Damit tut er seinem Portemonnaie ebenso etwas Gutes wie der Umwelt.

Autor: Remo Bürgi

Fachwerkhaus Allschwil (CH) – Objektdaten

  • Standort: 4123 Allschwil BL
  • Gebäudetyp: Altbau
  • Baujahr: 1673
  • Heizung neu: 2 Wärmepumpen Vitocal 250-A, kaskadiert
  • Heizung alt: Gasheizung
  • Leistung: 21,2 kW (2x 10,6 kW)
  • Installateur: Rosenmund Heiztechnik AG, Basel

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